"This is Marriage", 1997

Jak Katarikawe

Wachsdruck/Papier, 43,5 x 61 cm
Holzrahmen mit Passepartout und Glas, 83,4 x 63,5 cm
Provenienz: Jak Katarikawe, Nairobi, Kenia 1988
Ausstellung: "Wegzeichen - Kunst aus Ostafrika 1974 - 89", Museum für Völkerkunde, Frankfurt/M. 1990
Preis: 450,- €

 

Das Kunstwerk des Monats November 2012 ist der Wachsdruck "This is Marriage" von Jak Katarikawe. Katarikawe ist einer der bekanntesten Maler Ostafrikas und nicht nur ein fantasievoller Künstler, sondern auch ein kritischer Chronist. Seine Bilder und Erzählungen zeigen, dass er tatsächlich "dem Volk auf das Maul" schaut. Besonders seine Wachsdrucke im expressiven Gestus veranschaulichen ein wahrhaftiges und differenziertes Bild von den Sehnsüchten, Freuden, Leiden und Unzulänglichkeiten der Menschen seiner Heimat. In Deutschland wurde Katarikawe vor allem durch das ehemalige Völkerkundemuseum Frankfurt, heute: Weltkulturen Museum, in mehreren Ausstellungen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Johanna Agthe, langjährige Leiterin der Afrika-Abteilung dieses Museums und unermüdliche Feldforscherin in Ostafrika, führte im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Interviews mit ostafrikanischen Künstlern, darunter auch mit Jak Katarikawe.

Zum thematischen Hintergrund unseres Bildes schrieb sie:

 

"Heiraten waren bei den Kiga ausgesprochen wichtig - als Verbindung zwischen Familien und als Fortsetzung einer Familie, als Begründung einer neuen Wirtschaftsgemeinschaft, in die eine junge Frau ihre Arbeitskraft und -geschicklichkeit einbringt. Viele von Katarikawe's Bildern beziehen sich auf dieses Thema. Er erlebte in seiner Jugend, wie schwierig es oft war, den hohen Brautpreis aufzutreiben: 

'Vor langer Zeit kostete es in meinem Land viele Kühe, und es war nicht einfach. Es dauerte lange, ehe man heiraten konnte, wenn der Vater nicht reich war. Man konnte vielleicht erst mit fünfzig heiraten, weil man (so lange) das Geld aufzutreiben suchte, um eine junge Frau zu bekommen. Zu heiraten war sehr, sehr schwierig. Wenn es lange dauerte, bekam das Mädchen weiße Haare. Der Vater wollte immer viele Kühe und Schafe, und vorher durfte sie (das Mädchen) nicht gehen.' " (1)